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InfoBrief 2. Quartal 2021

  1. Veröffentlichungen und Vorträge (Publications and Presentations)

1.1. Veröffentlichungen (Publications)

„Krankenhausplanung zwischen Sachzwängen und Politik“, erschienen im KU 05/2021

„Hospital planning – between politics real challenges “

In dem Beitrag beschreibt Prof. G. Neubauer die Stärken und Schwächen der staatlichen Krankenhausplanung. Es wird hervorgehoben, dass die staatliche Planung wenig flexibel im Hinblick auf medizinisch-technische Veränderungen reagiert. Zudem dient die staatliche Krankenhausplanung immer auch als Instrument der Wählergewinnung. Insbesondere in der Kommunalpolitik verlangen die Wähler eine ökonomisch überdimensionale Krankenhausversorgung, weil sie die Kosten dieser Versorgung nicht direkt spüren. Diese lokale Rationalität ist regional und national irrational. Um diesen Wiederspruch aufzulösen wird in dem Vortrag eine beschränkte, aber gezielte Beteiligung der Patienten an den kommunalen Krankenhauskosten vorgeschlagen. Die Kostenbeteiligung der Patienten soll zur Vermeidung von Defiziten und Co-Finanzierung von notwendigen Investitionen dienen.

 

„Medizinische vs. ökonomische Priorisierung“, erschienen im f&w 05/2021

„Prioritizing in medicine and economy on the example of corona vaccination“

In der DVKC Kolumne in der Zeitschrift f&w stellt Prof. G. Neubauer der in Deutschland praktizierten medizinischen Impfpriorisierung eine ökonomische Priorisierung gegenüber. Während die medizinische Einteilung die Vermeidung von vorzeitigem Tod zum Kriterium hat, stellt die ökonomische Priorisierung die Minimierung des Verlustes von Lebensjahren in den Mittelpunkt. Im Ergebnis werden dann statt einer bevorzugten Impfung von Menschen mit geringer Lebenserwartung, Menschen mit hoher Lebenserwartung geimpft. Tatsächlich wird in allen Ländern eine versteckte Mischstrategie betrieben. So wurde z.B. in Deutschland die ökonomische Leistungsfähigkeit der Industrie wenig reduziert, um so die Finanzierung von Unterstützungsleistungen an andere Wirtschaftsbereiche zu sichern. Der totale Lockdown der ersten Corona-Welle wurde so in der zweiten und dritten Welle bewusst vermieden.

 

„Investitionsförderung auf neue Beine stellen“ in f&w Sonderausgabe 06/2021

„Hospital investments beside taxes an politics“

Die in Deutschland seit 1972 organisierte Investitionsförderung der Bundesländer ist seit rund 40 Jahren unbefriedigend. Während der Investitionsbedarf rund 6 Mrd. Euro beträgt, fördern die Länder bundesweit mit nur rund 3 Mrd. Euro. Aufsummiert ergibt sich ein Investitionsstau von ca. 20 Mrd. Euro.  In ihren Wahlprogrammen erkennen alle Parteien an, dass ein Investitionsdefizit bei den Krankenhäusern besteht. Die Vorschläge dieses zu beheben, laufen unisono auf eine Beteiligung des Bundes an der Investitionsförderung hinaus. Angesichts des historisch hohen Defizits des Bundes hält Prof. G. Neubauer diese Lösung für eine Scheinlösung. Er plädiert stattdessen dafür, pro Patiententag einen Investitionsaufschlag direkt von den Patienten zu fordern. Dieser könnte individuell kalkuliert und erhoben werden. Da dieser Vorschlag viele Wähler abschrecken dürfte, traut sich keine Partei seine Idee in ihr Wahlprogramm aufzunehmen.

 

„Krankenkassenbeiträge bis zu 360 Euro rauf!“ erschienen in BILD 27.04.21

„Upcoming deficits in the social health insurance“

Für die BILD-Zeitung errechnete das IfG, wie sich der Anstieg der Krankenkassenbeiträge darstellt. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2022 ein Kassendefizit von 19,2 Mrd. Durch Vorschlag des Gesundheitsministers wird nun der steuerfinanzierte einmalige Zuschuss in Höhe von 12,5 Mrd. nicht nur gestrichen sondern erhöht. Inwieweit dieses Versprechen auch nach der Wahl gilt bleibt offen.

„Gesundheitssystem unter Druck – Die Folgen für GKV und PKV“ erschienen 18.06.21 auf der Website von AssCompact

„Healthfunds in financial need – The role of private insurance”

In einem Interview mit dem Fachmagazin AssCompact sieht Prof. G. Neubauer die Wiederbelebung der Bürgerversicherung als Lösung kritisch. Zugleich sieht er eine wachsende Bedeutung der PKV als Zusatzabsicherung von  innovativen Leistungen, welche die GKV nicht oder nur verzögert anbieten können wird.

 

1.2. Vorträge (Presentations)

Prof. G. Neubauer moderierte am 07.05 das Webinar „Die Haut – das unterschätzte Organ“. Dies war eine Veranstaltung der WISO S.E. Consulting GmbH mit sieben Diskussionsteilnehmern aus der Gesundheitswirtschaft.

„The Skin – The underestimated human organ“

 

„Die Diabetes-Situation in Marzahn-Hellersdorf“

„Regional differences in diabetes prevalence in Berlin Marzahn-Hellersdorf

Zur Gesundheits- und Präventionskonferenz trug Prof. G. Neubauer mit einem Bericht über die Ergebnisse einer am IfG durchgeführten empirischen Studie bei. Ähnlich wie schon auch in München zeigten sich auch zwischen den Bezirksteilen von Marzahn-Hellersdorf deutliche Differenzen in der Diabetesprävalenz. Erklärungsfaktoren für diese Differenzen sind die soziale Lage gemessen an dem Anteil der Hartz 4- Empfänger und der Arbeitslosenrate. Auch die Verteilung der Hausärzte korreliert mit der Diabetesprävalenz negativ. Insbesondere ist aber eine positive Korrelation zwischen den übergewichtigen Kindern und eine Diabetesprävalenz für eine Gruppe der 45-65 jährigen Diabetikern auffallend.  Hier bieten sich auch entsprechende Maßnahmen im Bereich der Kinderbetreuung an.

 

WISO Veranstaltung Diabetes

„Regional differences in diabetes prevalence in Munich – Causes and Activities”

Im Rahmen des Webinars „Wie gesund sind die Menschen in Ihrem Stadtteil“, veranstaltet von der WISO S.E. Consulting GmbH sprach Prof. G. Neubauer zu dem Thema „Gesundheitsanalyse auf Stadtteilebene am Beispiel Diabetes“. Ähnlich wie in Marzahn-Hellersdorf ergeben sich auch in München deutliche Unterschiede der Diabetesprävalenz der einzelnen Stadtbezirke. Auch innerhalb der einzelnen Stadtbezirke, dargestellt Ramersdorf-Perlach, zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Erklärungsansätze decken sich auch mit denen, die für Berlin statistisch nachgewiesen wurden. In der anschließ0enden Diskussion mit Vertretern der Stadt München wurde deutlich, dass die Stadt München eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit ihrer Bürger ergriffen hat, jedoch ein Nachweis für die Wirksamkeit nicht systematisch erfolgt.

 

  1. Beratung und Projekte (Consultancy and Projects)

Das IfG konzipiert eine Analyse radiologischer Praxen in Niedersachsen. Ähnlich wie die schon durchgeführte Analyse für bayerische Radiologiepraxen soll durch eine empirische Primärerhebung auch für Niedersachsen auch die betriebswirtschaftliche Situation für die GKV-Versorgung erarbeitet werden.

Nachdem das IfG für zwei Großstädte der regionalen Diabetessituation durchgeführt hat, konzipiert es nun eine entsprechende Analyse für einen großen Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es in den einzelnen Teilen des Landkreises die lokale Diabetesprävalenz festzustellen, die Ursachen aufzuzeigen und dann entsprechende Maßnahmen zu programmieren.

 

  1. Beiräte und Aufsichtsräte (Supervisory and Advisory Boards)

Die Beratungstätigkeit in den verschiedenen Beiräten und Aufsichtsräten wurden teilweise von der digitalen Form wieder in Präsenzsitzungen verlegt.

Zusätzlich organisierte das IfG ein Treffen des Vorstandes eines Alten- und Pflegeheim Unternehmens mit einem Vorstand einer betrieblichen Kranken- und Pflegekasse. Ziel des Gespräches war es Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der Pflegeversorgung zu eruieren.