InfoBrief 5 + 6 / 2017

+++ PHARMAÖKONOMIE IfGPh +++
Schwerpunkte im Mai und Juni waren neben der AMNOG-Dossierarbeit mehrere Stellungnahmen zu Bewertungen des G-BA und IQWiG in AMNOG Prozessen.

+++ FORSCHUNG +++
Auf einer Veranstaltung des freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) skizziert Professor Neubauer in München seinen Vorschlag zur „Stärkung der Patientensouveränität in der zahnmedizinischen Versorgung durch persönliche Patientenkonten – das Patientenstärkungsmodell (PSM)“. Das Modell sieht eine Stärkung der ökonomischen Autonomie der Versicherten und Patienten vor. In diesem Modell erhält jeder Versicherte von seiner Krankenkasse ein Versichertenkonto zugeordnet, auf dem Ausgaben sowie Zuweisungen des Gesetzlichen Gesundheitsfonds an seine Krankenkasse verbucht werden. Der Patient und Versicherte kann online seinen jeweiligen Kontostand abfragen. Erfolgt eine Behandlung, werden die entsprechenden Kosten als Soll verbucht. Bei Überdeckung wird den Patienten ein Bonus gutgeschrieben, der nach 5 Jahren zur zweckgebundenen Verwendung freigegeben wird. Bei Unterdeckung wird nach 5 Jahren ein Malus fällig, der sich in einer Kostenbeteiligung niederschlägt.

+++ FORSCHUNG+++
Auf dem 24. Deutscher Krankenhaus-Controller-Tag in Potsdam referiert Professor Neubauer zu dem Thema „Verbundsteuerung – Potential und Steuerungsansätze“. Er betont, dass die Kosten – Erlösschere im Krankenhaus, sowohl durch Produktivitätssteigerung als auch durch Preissteigerung, geschlossen werden kann. Der Unterschied zwischen beiden Maßnahmen ist, dass das Erstere autonom vom Krankenhaus-Management durchgeführt werden kann, während Letzteres für das Krankenhaus kollektiv durch die Verbände erfolgen muss.

+++ BERATEN+++
Professor Neubauer besucht ein Dialysezentrum im Rheinland. Neben einer allgemeinen Diskussion über die Entwicklung der Dialyseversorgung wird vor allem auch besprochen, inwieweit die Patientenversorgung zu Hause und in Heimen verstärkt durchgeführt werden kann. Insbesondere die Versorgung in Heimen gewinnt in Zukunft dadurch Bedeutung, dass immer mehr ältere dialysepflichtige Menschen in Heimen wohnen.

+++ DISKUTIEREN +++
Professor Neubauer nimmt an einem Koordinationsgespräch des Städtischen Klinikums München und des Münchenstifts teil, das 8 Pflegeeinrichtungen der Stadt München betreibt. Er trägt in einem Kurzreferat Aspekte einer möglichen, sinnvollen Zusammenarbeit im Bereich Dialyseversorgung von Heimbewohnern vor. Als nächster Schritt ist eine Arbeitsgruppe beauftragt Möglichkeiten und Wege im Detail zu diskutieren.

+++ BERATEN +++
Das IfG arbeitet an einer Expertise über einen Abbau von Hindernissen, die einen Start in die Selbstständigkeit erschweren. Im Mittelpunkt steht die unverhältnismäßig hohe Belastung durch die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Die Expertise soll im Juni der Öffentlichkeit in den Grundzügen vorgestellt werden und Ende Juli in der Endfassung vorliegen.

+++ DISKUTIEREN ++
Professor Neubauer besucht den Vorstand der KV-Nordrhein. Gegenstand des Gesprächs ist die Verbesserung der fachärztlichen Patientenversorgung in Heimen. Daneben wurde eine gemeinsame Tagung besprochen, in der die Einkommenssituation der niedergelassenen Ärzte diskutiert werden soll. Die Veranstaltung ist auf den 17.Oktober 2017 in Düsseldorf terminiert.

+++ DISKUTIEREN+++
Auf der Tagung der vbw „Was die GKV jetzt braucht“ referierte Professor Neubauer am 2.6.17, zu dem Thema „Bürgerversicherung, Parität & Co. – was eigentlich dahinter steckt“. Er zeigte die Effekte einer Bürgerversicherung auf, betonte aber dass diese mehrheitlich nicht mehr direkt sondern nur indirekt, insbesondere über eine Angleichung der Gebührenordnungen und eine Erweiterung der GKV-Versicherungspflicht, auf Beamte und Selbstständige angestrebt wird. Als Gegenmodell skizzierte er das Grundmodell des regionalen Gesundheitskombi (RGK), welches er für effizienter und verteilungsgerechter einschätzt. Der RGK wurde mit Unterstützung von vbw am IfG entwickelt. In der Diskussion widersprach vor allem Fritz Schösser dieser Einschätzung.

+++ FORSCHUNG +++
Auf dem Hamburger Krankenhaustag 2017 mit dem Leitthema „Krankenhaus quo vadis?“ sprach Professor Neubauer zu dem Thema „Entwicklungsperspektiven des Gesundheitswesens“. In seinem Vortrag unterschied er die globalen systemunabhängigen Treiberfaktoren von den nationalen systemabhängigen. Dabei stellte er fest, dass Deutschland insbesondere im Krankenhausbereich zu langsam auf die globalen internationalen Faktoren, insbesondere die Leistungsspezialisierung und die Prozessdigitalisierung reagiert. Ein wichtiges Hemmnis für eine angemessene Anpassung sieht er in der mangelhaften Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser. Er plädiert daher dafür darüber nachzudenken, ob nicht grundsätzlich eine andere Investitionsfinanzierung vom Gesetzgeber eingefordert werden sollte. Die Hoffnung, dass die Länder ihrer Finanzierungspflicht nachkommen, sollte man nach 30-jähriger negativer Erfahrung aufgeben. Eine Alternative sieht er darin, dass auch die Patienten direkt in die Investitionsfinanzierung vom einzelnen Krankenhaus einbezogen werden. Wollen Krankenkassen und Länder dies verhindern, müssen sie selbst die Lücke ausfüllen, betonte Professor Neubauer zum Schluss.

+++DISKUTIEREN++
Professor Neubauer moderiert zum wiederholten Male das „9. Business Dinner Reha“, welches von der Unternehmung Softsolution organisiert und finanziert wird. Die Tagung stand unter dem Leitthema „Prävention vor Reha vor Frühberentung – im Vergleich der Länder“ Österreich (Generaldirektor Dr. Pinggera), Schweiz (Nationalrätin Ruth Humbel) und Deutschland (MdB Peter Weiß). Die Referate wurden in der nachfolgenden Diskussion unter der Leitung von Hubert Seiter vertieft. Die Tagung klang mit einer Einladung in die Botschaft der Schweiz aus.

+++DISKUTIEREN+++
Auf dem Hauptstadtkongress 2017 moderiert Professor Neubauer die Sitzung zum Thema „Das deutsche Gesundheitswesen – Leistungsbewertung im internationalen Vergleich“. Das Auftaktreferat von Prof. Dr. Busse zeigte Schwächen und Stärken der Deutschen Gesundheitsversorgung im internationalen Vergleich auf. Die nachfolgende Diskussion mit Dr. Gibis (KBV), Thomas Renner (BMG) und Franz Knieps (Vorstand des BKK Dachverbandes) betonte die Wichtigkeit von internationalen Vergleichen, machte aber auch deutlich, dass die Übertragbarkeit von Vorteilen nicht durch „kopieren sondern durch kapieren“ erfolgen muss.

+++BERATEN+++
Professor Neubauer trägt in einer ersten Sitzung vor Parlamentariern bzw. deren Mitarbeitern und in einer nachfolgenden zweiten Sitzung vor gesundheitspolitisch tätigen Journalisten und Verbandsvertretern die Ergebnisse der IfG-Expertise zu „Einstiegshürden für Teilzeitselbstständige durch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge“ vor. Er hebt hervor, dass die derzeitigen Regelungen teilweise eine prohibitive Belastung für Solo-Selbstständige, insbesondere in der Startphase darstellen. Auch für familienversicherte nebenberuflich Selbstständige sind die Regelungen abschreckend für eine erweiterte Erwerbstätigkeit. Dies betrifft insbesondere Frauen, die dringend für den Arbeitsmarkt gebraucht werden. Die Expertise empfiehlt eine Nachbesserung des HHVG zu Beginn der nächsten Legislaturperiode. Ziel muss es u.a. sein, Selbstständige in der GKV ähnlich zu verbeitragen wie Arbeitnehmer.

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