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InfoBrief 04/2015

+++ FORSCHEN +++ Auf der 20. Sozialwirtschaftlichen Managementtagung der Fachhochschule Mainz, unter der Leitung von Prof. Reiss, trägt Prof. G. Neubauer zum Thema „Finanzierungszukunft sozialwirtschaftlicher Unternehmen“ vor. Prof. Neubauer zeigt die Trends in der Gesundheits- und Sozialpolitik auf und verdeutlicht, dass Wahlfreiheit Wettbewerb unmittelbar zur Folge hat. Dies lässt sich am Beispiel der Krankenhausversorgung beobachten. Wettbewerb hat dort zur leistungsorientierten Vergütung und internen Ökonomisierung geführt. Er betont, dass Gewinnorientierung und soziale Verantwortung sich nicht ausschließen. Entscheidend ist, wie der Gewinn verwendet wird. Die Zukunft der Sozialwirtschaft wird von der Personalknappheit und dem daraus resultierenden Rationalisierungsdruck zur Internationalisierung und auch Standortverlagerung führen.

 

+++ DISKUTIEREN +++ Auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin trägt Prof. G. Neubauer zum Thema „Qualitätssicherung im DRG-System – Stopp des Rationalisierungsdrucks auf Leistungszeiten“ vor. Er präsentiert die Ergebnisse eines entsprechenden IfG-Gutachtens. Kernaussage ist, die pflegerischen (und auch ärztlichen) Leistungen in qualitätssichernde und effizienzoffene Leistungen zu differenzieren. Dem muss sich eine Kalkulation für qualitätssichernde Leistungszeiten anschließen, die nicht Gegenstand von Rationalisierungen sein dürfen. In der Diskussion betonte Prof. G. Neubauer, dass eine solche gezielte Kalkulationserweiterung der DRGs einer pauschalen Anhebung der Pflegestellen vorzuziehen ist.

 

+++ DISKUTIEREN +++ Auf dem Revisionssymposium des „Knie- und Hüftgelenks Orthopedics Meets Engineering“ in Regensburg unter der wissenschaftlichen Leitung von  Prof. Grifka, Prof. Dendorfer und PD Dr. Renkawitz hält Prof. G. Neubauer einen Vortrag über „Ökonomie in der Revisionsendoprothetik – geht das überhaupt?“. Nach kurzer Erläuterung des allgegenwärtigen ökonomischen Handelns zeigt Prof. Neubauer auf, dass die derzeitige Krankenhausfinanzierung es betriebswirtschaftlich eine Mengenausdehnung zweckmäßig ja geboten macht. Dies steht im Widerspruch zum gesamtwirtschaftlichen Optimum. Daraus leitet er die Empfehlung ab, Zweitmeinung zur Indikationssteuerung zu intensivieren, die Revisionsrate als Qualitätsindikator einzuführen  und die Registerteilnahme verpflichtend zu machen. Längerfristig sieht er eine Konzentration zu Kompetenzzentren, auch über  Selektivverträge von Krankenkassen für sinnvoll.

 

+++ DISKUTIEREN +++ Prof. G. Neubauer nimmt an der Podiumsdiskussion „Stellenwert der Physiotherapie – Systemwechsel jetzt!“ teil, die von Frau Massuger, 1. Vorsitzende des Landesverbandes Hessen für Physiotherapie, in Frankfurt/Höchst, organisiert wurde. Die Diskutanten waren Rob Ummels (Niederlande), Marc Chevalier (PHYSIOswiss) und Yvonne Massuger. Die Diskussion zentrierte sich auf die Frage, inwieweit durch eine akademische Ausbildung Physiotherapeuten von der ärztlichen Delegationspflicht lösen können.